Zum 29. Mal trafen sich nicht nur die deutsche Segler und Seesportler zum Jugendseglertreffen am Zernoseky-See. Denn in diesem Jahr wurde die Veranstaltung durch ein besonderes Jubiläum ergänzt: Vor 50 Jahren fand in Tschechien die erste deutsch-tschechische Regatta auf der Labe (Elbe) statt. So fassten einige Enthusiasten bereits 2025 den Entschluss, ein besonderes Ereignis zu organisieren – das Deutsch-Tschechische Fahrtenseglertreffen 2026.
Die Anreise der rund 60 Boote – vom Kajütboot bis zum Paddelboot – erfolgte sowohl über das Wasser als auch auf dem Landweg. Kutter Ruckswill wählte mit Steuermann Martin die Anfahrt über die Elbe/Labe.
Während der Großteil der Segler und Boote im Hafen des Yachtclubs Lovosice Zelte, Wohnwagen und Liegeplätze nutzte, ließen sich die Vereine mit Jugendgruppen, gemeinsam mit ihren Familien und Trainern auf dem weitläufigen Zeltplatz direkt am See in Píšťany nieder.
Die Teilnehmer kamen aus den verschiedensten Elbe-/Labe-Vereinen – von Prag bis Děčín, von Meißen bis Postelwitz. Sie reisten nicht nur mit ihren Booten an, sondern auch mit Familien und Hunden, Wohnmobilen, Zelten, Paddelbooten, Stand-up-Paddle-Boards und Motorbooten. So entstand eine große, bunte Gemeinschaft von Wassersportlern.
Die traditionelle Eröffnung am Samstag fand auf der Insel statt, die seit vielen Jahrzehnten von Wassersportlern beider Länder als Liegeplatz und Erholungsort geschätzt wird. Für jedes Boot gab es einen Wimpel und Aufkleber – ein tolles Geschenk der Gastgeber. Anschließend erläuterten Wettkampfleiter und Schiedsrichter noch einmal zweisprachig die Segelanweisungen für die bevorstehende Regatta.
Bei schwachem Wind wurden danach die ersten Wettfahrten gestartet. Während die Kajütboote sowie die offene Klasse nur am Samstag um die Wette segelten, waren für die 420er zwei Wettkampftage vorgesehen, da es sich um eine Ranglistenregatta handelte.

Aber nicht alle nahmen an den Wettfahrten teil. Die Optis trainierten Segeltrimm und Manöver, während andere Mannschaften die Zeit zur Erholung, zum Rudertraining im Kutter oder zum StandUp-Paddeln nutzten. Auch das Baden kam nicht zu kurz.
Das bei den Optis beliebte Kentertraining sorgte nicht nur für Abkühlung, sondern hatte auch einen wichtigen Ausbildungseffekt: Die Technik des „Aufrichtens“ und „Wieder-an-Bord-Kommens“ gelang den Jüngeren nicht immer beim ersten Versuch. Geduldig erklärten die Trainer die einzelnen Schritte oder unterstützten gemeinsam mit erfahrenen Optiseglern die Bemühungen der jungen Nachwuchssegler.
Die abendliche Siegerehrung für Kajütboote und offene Klasse fand anschließend im Yachtclub Lovosice statt. Viele Worte wurden gesprochen und übersetzt, die deutsch-tschechische Partnerschaft hervorgehoben. Später wurden die Platzierungen bekannt gegeben. Jannik vom SCW gewann mit der Europe die Wertung in der offenen Klasse und damit einen Pokal. Doch weil am Ende alle Teilnehmer Sieger waren, erhielt jeder eine Medaille – eine gute Idee für spätere Veranstaltungen.

Die abendliche Feier in der liebevoll gestalteten Bootshalle wurde gut besucht, und einige kleine Überraschungen sorgten zusätzlich für gute Stimmung. Die tschechische Band spielte stimmungsvolle heimische Musik, zu der auch gern getanzt wurde.
Am Sonntag waren die Wettfahrten ausschließlich für die Jugendboote geplant. Neben den 420ern starteten auch die Optimisten. Leider zwang der schwache Wind zunächst zu einer Startverschiebung, sodass am Ende nur eine Wettfahrt durchgeführt werden konnte. Trotzdem waren die Kämpfe um die vorderen Plätze für Trainer und Zuschauer interessant. Am Ende konnten Hannes und Salomon (WDL) bei den 420ern sowie Albrecht (WDL) bei den Optimisten die besten Wertungen erreichen.
Nach der Siegerehrung nahm der Wind endlich zu, sodass alle Boote noch einmal gut segeln konnten. Manche wollten nun gar nicht mehr vom Wasser herunter und nutzten Wind und See noch einmal in vollen Zügen.
Währenddessen begann bereits das Verladen der Jollen. Für die jährliche gemeinsame Jollen-Segeltour bis nach Ústí fehlten leider die mitreisenden Trainer. Das Angebot von Martin auf Ruckswilli, noch ein Stück durch das Böhmische Tor (Česká brána) und die große Schifffahrtsschleuse unterhalb des Schreckensteins in Ústí zu fahren, nahmen nur wenige Junioren an.

So ganz allmählich leerten sich der Zeltplatz und das Ufer, auch im Hafen Lovosice traten die Boote die Heimreise an. Für die Jollenkreuzer und Kutter ging es nun auf der Labe/Elbe stromabwärts. Manche legten noch einen Zwischenstopp in Postelwitz ein und erreichten erst am nächsten Tag wieder ihren Heimatsteg.
In guter Erinnerung wird das Deutsch-Tschechische Fahrtenseglertreffen 2026 sicher noch vielen Teilnehmern bleiben. Für das kommende Jahr ist bereits eine Wiederholung geplant – darauf haben sich die Jugendtrainer aus vier Vereinen schon verständigt. Es lohnt sich also, den Termin schon jetzt im Kalender vorzumerken.
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